P-Metall und Wein, Wissenswertes zusammengetragen:


Wein ist ein Naturprodukt. Wein ist ein kompliziertes Produkt und ein Geheimnis. Zum Wachsen braucht eine Weinrebe in der Regel (wie alle anderen Pflanzen auch) einen für sich geeigneten nahrhaften Boden (in diesem Fall: Schiefer, Lehm, Kies oder Sand), Sonne und Wasser, ein bisschen Wind. Wein ist ganz einfach ausgedrückt: vergorener Traubensaft. Aus welchen Trauben, was für ein Wein wird das ist die Kunst und Handschrift des Winzers.

P-metall hat hier versucht das Mysterium Wein etwas zu entschlüsseln:

Zunäscht einmal: Weine werden nicht gemacht, Weine werden aus Traubenmost gewonnen.
Wein wird aus den Trauben der Weinrebe gemacht, es gibt hunderte von verschiedenen Rebsorten. Blaue Trauben geben Rotwein oder Rosewein, Weiße Weißwein. Auch durch die Herstellungsart unterscheiden sich die Weinsorten.

Die bekanntesten Rotweine sind z. B. aus Deutschland der Riesling, in Österreich ist der Zweigelt oder grüner Veltliner bekannt. Aus Frankreich kennt man die Weine aus dem Chateau Mouton-Rothschild. Und aus Italien kommt u.a. der Chianti, Bardolino und der Nero d´Avola.

Wein entsteht durch mikroskopisch kleine Einzeller, die Hefen,  die den Zucker im Traubensaft (Most) umwandeln, und zwar in Alkohol und Kohlendioxid. Diesen Vorgang nennt man Gärung. Wein ist also vergorener Traubensaft. Das gasförmige Kohlendioxid entweicht während der Gärung aus dem Gärbehälter.

Alle  Weine haben irgendwo die ähnliche chemische Zusammensetzung:

Wein besteht zu 80-90% aus Wasser (H2O).

An nächster und zweiter Stelle steht der Alkohol (auch Ethanol C2H6O bzw. Halbstrukturformel C2H5OH). Die ältere Bezeichnung für Ethanol war übrigens Weingeist oder Spiritus was auf lat. Übersetzt: Luft, Atem, Lebenshauch oder Geist heißt) . Je nach Wein liegt die Konzentration des Alkohols zw. 8 und 20%. Das bedeutet z.B. in 1 l Wein bei 10 Vol.% sind 100 ml reiner Alkohol enthalten.

Der nächst größere Bestandteil heißt: Zucker (auch Fructose oder Glucose). Der Zuckeranteil ist abhängig von der natürlichen Süße der Trauben und der Herstellung. Je reifer die Trauben bei der Lese, desto mehr Zucker enthalten sie für gewöhnlich und desto mehr Alkohol kann dann während der Gärung gebildet werden. Der Zuckergehalt liegt zw. 2 g und 75 g/l.

Die organischen Säuren sind neben Alkohol und Zucker die wichtigsten Bestandteile des Weines. Den größten Teil hat die Weinsäure mit 0,5 – 4g/l) dann folgt die Apfelsäure mit     0-6g/l . Diese Säuren entstehen bereits in der Traube.

Zudem besteht Wein aus über 800 verschiedenen Aromastoffen.  Noch immer wurden die genauen Vorgänge der Gärung nicht aufgeschlüsselt.

Aber mal ganz nüchtern betrachtet, vergessen Sie die ganze Chemie verlassen Sie sich auf Ihre eigenen Sinne und auf Ihren Verstand, dann werden Sie den richtigen Wein finden.

Das deutsche Weinrecht definiert Wein w. f.: Wein ist das Erzeugnis, das ausschließlich durch vollständige und teilweise alkoholische Gärung der frischen, auch eingemaischten Trauben oder des Traubenmostes gewonnen wird.

Und weiter:  Das Herstellen und Inverkehrbringen von Weinähnlichen Getränken, die aber kein Wein sind ist durch das Weingesetz der BRD (14.7.71) verboten. Die Wissenschaft des Weines nennt man fachlich Önologie

Wein wird seit Jahrtausenden getrunken, er ist Bestandteil uraleter Heilkunde und moderner Schulmedizin. Der Wein gehörte schon vor Jahrtausenden zu jeder Mahlzeit dazu. Er wurde heiß oder kalt getrunken, gekocht (so wie z.B. bei den Römern) gewürzt, gesüßt oder mit Wasser verdünnt. Wein war ein Volksgetränk, bei einfachen Bauern, Rittern, Königen oder Geistlichen.

Heute ist der Wein zu einem Luxusgetränk geworden der ein Symbol für Wohlstand ist. Die teuerste Flasche Wein ist z. Zeit der Mouton Rothschild 1945. Er wurde für 28.750 S-Dollar (22.650 Euro) verkauft. Das Etiket der Falsche wurde von dem Maler Philippe Julian entworfen, mit dem Schriftzug 1945 Jahr des Sieges. Es gibt nur 608 Flaschen davon. Der Wein stammt von dem Luxusunternehmer Francois Pinaul aus Pauilac bei Bordeaux.

Kritiker beschreiben ihn als vollkommen ausgewogen, außergewöhnlich und massiv.

Fossile Funde der Weinrebe reichten bis ins Tertiär (geologisch: der Zeitabschnitt der Erdneuzeit vor Beginn des Quartärs). Man fand dort in den Gesteinsschichten erste Rebsamen. Vor 60 Millionen Jahren müssen schon verschiedene Rebsorten vorhanden gewesen sein. Das Tertiär begann vor 65 Millionen Jahren, das war das Ende der Kreidezeit und es dauerte bis zum Beginn der Klimaveränderung vor ca. 2,6 Millionen Jahren).

Die Pflanze war damals von China bis Nordamerika (nördliche Halbkugel) verbreitet. Sie wurde durch die Eiszeit zerstört, doch vor ca. 10.000 Jahren verbreitete sie sich in Mesopotamien (das so genannte Zweistromland in Vorderasien mit den beiden großen Flüssen Euphrat und Tigris) erneut. Die Wildreben schafften es jedoch nicht über den 45. Breitengrad.

(Auch heute befinden sich die Weinanbaugebiete zwischen dem 36. und 51. Breitengrad.)

Vor 7.000 Jahren vor Christus hat man in Vorderasien die Reben zum 1. Mal planmäßig angebaut.

Dass sich aus diesen Trauben ein alkoholisches Getränk zubereiten lässt, das so nachhaltig Kulturen, Landschaften, Poesie und Literatur  geprägt hat, dauerte es noch einmal 7.000 Jahre.

Wahrscheinlich waren die Perser es, die den Rebensaft zu Wein vergoren haben. Dieser Saft gelangte nun nach Ägypten, Griechenland und Italien und hatte wenig mit dem heutigen Wein zu tun.

Die Weine wurden von den alten Kulturen gewürzt und gesüßt. Die Römer kochten ihren Wein sogar in Bleischalen bis sich aus dem Blei und der Essigsäure aus dem Wein eine süßliche Verbindung ergab: das Bleiazetat (Bleizucker). Bleiazetat ist wasserlöslich.

Trotz seiner Giftigkeit wurde der Bleizucker bis zum 19. Jahrhundert als Zuckerersatz (Defrutum) verwendet. Insbesondere Weine wurden damit gesüßt.

Vermutlich ist der Komponist Ludwig van Beethoven an einer durch solchermaßen verpanschten Weine verursachten Bleivergiftung gestorben. Das war am 26. März 1827 in Wien.

Übrigens: der Begriff Bleizucker sollte heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden.

Aber wieder zurück zu den Römern: Sie waren es nun die den Weinanbau in Europa verbreiteten, ihnen waren 130 Rebsorten bekannt. Die Weinreben erreichten im 4. Jahrhundert n. Chr. das Moseltal.

Hierzu ein Spruch der Römer:  Menschen nur Trinken den Wein, den anderen Geschöpfen ziemt Wasser.

Ebenso verdanken wir Karl dem Großen den Weinanbau in mitteleuropäischen Raum. Er, König der Franken und römischer Kaiser (748-814) förderte den Weinanbau, die Bereitung und den Handel mit Wein.

Der Weinanbau verbreitete sich nahezu in Gesamtdeutschland. In vielen Weingütern wurden unterschiedliche Weinsorten angebaut und zu einem Wein vermischt (gemischter Satz).  Auch auf Grund klimatischer Veränderungen und der Verbesserung der Bierherstellung nahm die Weinherstellung stetig ab. Dann brachte noch im ausgehenden 19. Jahrhundert die Reblauskatastrophe den Weinanbau fast zum völligen Stillstand. Viele gebietstypischen Sorten verschwanden.

Einen Neuanfang startete man mit reblausresistenten Reben aus Amerika. Diese wurden auf die heimischen Reben aufgepfropft und auch später zwingend vorgeschrieben.